RESILIENZ ● FLOURISHING DAS INNERE KIND

Nicht aufgeben


NICHT AUFGEBEN 


Die Fröschlein in der Sahne

Ich steckte mitten in den Prüfungen. Ich hatte mich für zwei im Nebenfach und eine im Hauptfach angemeldet. Der nächste Termin stand mir in einer Woche bevor und dafür blieb noch viel zu tun. 

„Ich schaff das nicht",sagte ich zu Jorge. „Es ist reine Energieverschwendung, sich mit etwas aufzuhalten, das sowieso aussichtslos ist. Am besten gehe ich einfach mit dem Wissen in die Prüfung, das ich jetzt habe. Dann habe ich wenigstens nicht die ganze Woche mit Lernen vergeudet, wenn sie mich schließlich doch nur durchfallen lassen."  
„Kennst du die Geschichte von den zwei Fröschlein?" fragte mich der Dicke. 

ES WAREN EINMAL zwei Frösche, die fielen in den Sahnetopf. 
Sofort dämmerte ihnen, das sie ertrinken würden: Schwimmen oder sich einfach treiben lassen war in dieser zähen Masse unmöglich. Am Anfang strampelten die Frösche wie wild in der Sahne herum, um an den Topfrand zu gelangen. Aber vergebens, sie kamen nicht vom Fleck und gingen unter. Sie spürten, wie es immer schwieriger wurde, an der Oberfläche zu bleiben und Atem zu schöpfen. 
Einer von ihnen sprach es aus: „Ich kann nicht mehr. Hier kommen wir nicht raus. In dieser Brühe kann man nicht schwimmen. Und wenn ich sowieso sterben muss, wüsste ich nicht, warum ich mich noch länger abstrampeln sollte. Welchen Sinn kann es schon haben, aus Erschöpfung im Kampf für eine aussichtslose Sache zu sterben?" Sagte es, ließ das Paddeln sein und ging schneller unter, als man gucken konnte, buchstäblich verschluckt vom dickflüssigen Weiß. 
Der andere Frosch, von hartnäckigerer Natur, vielleicht auch nur ein Dickkopf, sagte sich: 
„Keine Chance, aussichtslos. Aus diesem Bottich führt kein Weg heraus. Trotzdem werde ich mich dem Tod nicht einfach so ergeben, sondern kämpfen bis zum letzten Atemzug. Bevor mein letztes Stündlein nicht geschlagen, hat, werde ich keine Sekunde herschenken." 
Es strampelte weiter und paddelte Stunde um Stunde auf derselben Stelle, ohne vorwärts zukommen. Und von all dem Strampeln und die Beinchen schwingen, paddeln, treten verwandelte sich die Sahne allmählich in Butter. 
Überrascht macht der Frosch einen Sprung und gelangte zappelnd an den Rand des Topfes. Von dort aus konnte er fröhlich quakend nach Hause hüpfen. 

Quellennachweis: 
Herausgeschrieben aus dem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Buckey, erschienen Fischer Taschenbibliothek 




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„Unser Kopf ist rund, damit das Denken
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-Francis Picabia-

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